| Cinema 1981 |
| Der Elefantenmensch
John Merrick verbirgt sein mißgestaltetes Gesicht hinter einer Maske. Für die meisten ist er ein bemitleidenswertes Monster - für wenige nur ein Mensch
Ein Jahrmarkt im London des 19. Jahrhunderts, Marktschreier preisen ihre Sehenswürdigkeiten an: Siamesische Zwillinge, die Dame mit Bart, den kleinsten Mann der Welt, die Schlangenfrau. Für zwei Pence sind Sie dabei! Die größte Attraktion der Freak-Show ist jedoch der Elefantenmensch. Doch kaum öffnet sich der Vorhang vor der erwartungsvollen Menschenmenge, ist die Polizei zur Stelle. Der Elefantenmensch wird verboten. Wer von den Schaulustigen trotzdem einen kurzen Blick auf ihn werfen konnte, ist entsetzt. Frauen brechen in hysterisches Weinen aus. Der Elefantenmensch ist ein wirkliches Monster: Sein riesiger Kopf ist bedeckt von blumenkohlartigen Geschwüren. Sein Gesicht hat kaum menschliche Züge. Sein Oberkörper und ein Arm sind völlig deformiert. Durch die Menschenmenge drängt sich Frederick Treves. Er will unbedingt den Elefantenmensch sehen, aus rein wissenschaftlichen Gründen, denn er ist Arzt an einem Londoner Krankenhaus. Doch Treves kommt zu spät. Die Polizei hat die Schaubude versiegelt and drängt die Neugierigen zurück. Aber Treves läßt nicht locker. Schließlich gelingt es, ihm Bytes, den Schausteller in einem miesen Viertel aufzutreiben. Nur gegen eine größere Summe verkauft dieser ihm das Monstrum auf Zeit. Am nächsten Tag erscheint der Elefantenmensch wie verabredet im Krankenhaus. Ein bodenlanger Mantel verbirgt seinen Körper. Über sein Gesicht ist ein Sack [mit] Sehschlitz gestülpt. Vor einem interessierten Auditorium hält Treves an Hand des lebenden Beispiels einen Vortrag über die unheilbare Krankheit des Elefantenmenschen. Entgegen Bytes Willen behält Treves das armselige Geschöpf bei sich. Ihn interessiert seine geistige Aufnahmefähigkeit. Der Elefantenmensch, diese verachtete Kreatur, entpuppt sich als John Merrick, ein menschliches Wesen, mit einem natürlichen Intellekt, mit der Fähigkeit zu lieben und geliebt werden zu wollen. Zwischen John Merrick und Fredrick Treves entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und gegenseitige Hochachtung. Doch eines Morgens ist er verschwunden. Bytes hat ihn zurückgeholt, für den Schausteller ist der Elefantenmensch der einzige Lebensunterhalt. Mit einer Schaustellertruppe setzt er sich nach Frankreich ab. John Merrick verfällt in die gleiche Apathie wie früher, als er nur das demütigende Dasein des Elefantenmenschen kannte. Noch weiß er nicht, daß es für ihn wieder ein Zurück gibt in die normale Welt eines normalen Menschen. "Der Elefantenmensch" beruht auf dem tatsächlichen Leben des John Merrick, der von 1862 bis 1890 in England gelebt hatte. Bewußt hat der Regisseur John Flynch [sic] diesen Film nicht in Farbe gedreht. Das hätte vieles zerstört, zu grell, zu bunt erscheinen lassen. Nur in diesen düsteren schwarzweißen Bildern konnte Jas Viktorianische Zeitalter im London des 19. Jahrhunderts wieder aufleben. Faszinierend ist auch John Hurt in der Rolle des Elefantenmenschen. Er ist so überzeugend in seiner Ausdrucksweise, seiner Gestik, daß man nie auf den Gedanken kommt, seine Deformationen sind nicht echt, sind nur Maske. Beim Zuschauer schlägt der anfängliche Ekel beim Anblick dieses mißgestalteten Menschen erst in Mitleid und schließlich in liebevolle Zuneigung um. Nicht John Merrick ist das Monster, sondern die Menschen, die ihn dazu machen. Herstellungsland: Großbritannien, Originaltitel: The Elephant Man, Regie: David Lynch, Drehbuch: Christopher de Vore, Eric Bergren, David Lynch, Musik: John Morris, Produzent: Jonathan Sanger Darsteller:Der Elefantenmensch. . .John Hurt Frederick Treves Anthony Hopkins Mrs. Kendal . . . . . Anne Bancroft Mr. Carr Gomm . . . . John Gielgud Start ab 13.2.1981
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