Cinemaxx Fimtips Nr.1 Januar 2002

Mulholland Drive

Die Albtraumwelt des David Lynch treibt surreale Blumen des Bösen, unter der glatten Oberfläche lauern wahnwitzige Geheimnisse.

Nichts ist wie es scheint  in David Lynchs Kultkosmos, daran hat sich seit "Blue Velvet" nichts geändert. So auch in "Mulholland Drive", seinem neuen Meisterwerk des Thrills und Suspense aus der Welt der unwahren Wahrheiten. Auf dem Mulholland Drive hoch über Hollywood beginnt das Verhängnis mit einem fast gleichzeitigen Mordanschlag und Autounfall, den die geheimnisvolle Rita überlebt, allerdings mit Gedächtnisverlust. Sie versteckt sich im Haus von Bettys Tante. Die hübsche, gutmütige Betty, die nach L.A. gekommen ist, um Filmstar zu werden, hilft Rita bei der Suche nach ihrer Vergangenheit. Ein Strudel von Ereignissen, Begegnungen, Verwicklungen nimmt seinen Lauf. Ein Erfolgsregisseur wird erpresst, ein Auftragskiller scheitert, ein mysteriöser Cowboy wird bedrohlich, Identitäten werden austauschbar, und die Frage nach Wahrheit oder Lüge, Realität oder Traum lässt sich vielleicht mit dem blauen Schlüssel lösen...

Der Film erzählt Episoden aus der höllische Stadt der Engel, die sich auf Anhieb nicht zusammenfügen und in einem Rausch verwischter Realitäten und vager Wahrheiten gipfeln. Der Regie-Preis in Cannes krönte Lynchs fulminante Arbeit voller schwarzem Humor und morbider Spannung, die die beiden Newcomer Naomi Watts und Laura Elena Harring schon mit diesem Film zu Stars gemacht hat.

Von Frauke Hanck