Der Wüstenplanet ist der größte Kokolores, den die Filmwirtschaft in den letzten Jahren auf den geplagten Science-fiction-Interessenten losgelassen hat, und das will was heißen. Augenscheinlich wird wieder eine Fortsetzungssaga a la "Krieg der Sterne" angepeilt. Lächerliche Ausmaße nimmt das Durcheinander von
eingesprochenem Kommentar, innerem Monolog und Gesprächsinformation an, das den Zuschauer
bombardiert mit einer Unzahl der blödesten Namen irgendwelcher Herrscher, Herrschaftsgebiete, Monster, Mythen und Techniken draußen im Jahre 10191, da Padishah Imperator Shaddam IV, regiert, der nicht nur mit riesigen Sandwürmern seine Probleme hat... Der aufgedonnerte Schwachsinn, der zwei lange Kinostunden an mehreren Schauplätzen sich in sich selbst verheddert, wirkt wie aus dem Mülleimer 20 vorangegangener Produktionen zusammengeklaubt. Das Böse soll unappetitlich aber kurios sein, das Gute treu-doof und adrett, und der Oberheld heißt doch tatsächlich Paul Atreides. Am tollsten treiben es die Designer, Ausstatter, Kostümbildner und Architekten: Man traut seinen Augen nicht, was da alles vermanscht wurde, mal sieht`s aus wie nach Stummfilmdekoration, mal nach Pharaonengrab. Ein Kraut- und Rübenfeld, das am Schneidetisch nochmals durchgepflügt wurde, immer dann, wenn die Unsäglichkeit irgendwo anders ihren Fortgang nehmen mußte - weil sie steckenblieb - oder die grimassierenden Knatterchargen ihre mimischen Künste mit der zweiten Version bereits erschöpfend dargelegt hatten: Derart alternierend schwankt und schwindelt der Film voran. Daß der Regisseur David Lynch heißt, mag man nicht glauben, hat der doch mit "Eraserhead" und "Elephant man" zwei durchaus diskutable Werke vorgelegt. Aber ein
derartiges Opus ist wohl sowieso mehr ein Erzeugnis der Produktion als der Regie, und folgerichtig widmet es sich selbst im Vorspann Raffaella de Laurentiis. Die hätte sich dieses Selbstgeschenk versagt, würde sie von Kino und Film eine andere Vorstellung haben als die einer - Produzentin.
HS