cinema 12 / 1984
Alle Tricks des Kinos für den großen Krieg der Welten

Ein Film der Superlative: Eine 600-Mann-Crew brachte in fünf Monaten Drehzeit an rund 70 Sets mit einer Vielzahl von Tricks die Welt des Wüstenplaneten auf die Leinwand. cinema beobachtete die Mammutproduktion in Mexiko


Churubusco Studios, Mexiko City. Der erste Eindruck ist überwältigend: Jeder Winkel der acht riesigen Studiohallen ist ausgefüllt mit Aufbauten aus Holz und Fiberglas, Miniaturen, von palastartigen Hallen oder gefliesten Treppen, die ins Nichts führen. In Halle 7 eine ganze Stadt mit Kuppeln und Zinnen, Torbögen und Kathedralen, darüber ein Nebel aus flimmerndem Goldstaub; das höchste Gebäude rund anderthalb Meter hoch. Die mit Gasmasken and Overalls geschützten Mechaniker in den Straßen der Sperrholzstadt sehen aus wie Monstergiganten eines japanischen Katastrophenfilms. Überall Hektik, ein Gewusel von Menschen, babylonisches Sprachengewirr: 600 Mann ist die gesamte Crew stark - darunter allein 150 Italiener, ansonsten viele Franzosen und Amerikaner, zumeist aber Mexikaner. Insgesamt 70 Einzelsets wurden aufgebaut, gezimmert, bemalt, ausgeleuchtet, benutzt, abgerissen.

Außerhalb der Hallen bauen mexikanische Zimmerleute ein futuristisch anmutendes Wüstenfahrzeug in Originalgröße. Dahinter ein Gerüst mit einer Plattform: Die Attacke eines der gigantischen Sandwürmer wird vorbereitet. Zehn Mann stehen auf der Plattform, sie schütten Sand aus schweren Säcken vor eine Windmaschine; das darunterliegende Gefährt wird in einen völlig echt wirkenden Sandsturm gehüllt. Vom Riesenwurm ist keine Spur zu sehen.

Dessen Angriff findet in einem kleinen Sandkasten statt. Die im Film hundert Meter lang wirkenden Würmer messen nur rund einen Meter. Carlo Rambaldi, der Meister der mechanischen Monster, hatte sie nach Skizzen von David Lynch gebaut. Sie liegen unter hauchfeinem Pulversand. Durch Drahtmechanik bewegen sie sich im Sand wie Raupen, nur Wellen auf der Sandoberfläche sind von ihnen sichtbar. Plötzlich bricht der Wurm aus dem Sand - die Großaufnahme zeigt einen erschreckenden, dramatischen Effekt. Dies ist nur ein Trick aus der riesigen Fülle von Spezialeffekten, für die Raffaella De Laurentiis ausschließlich Topleute verpflichtete.

Der bis in die kleinsten Details reichende Aufwand verschlang geradezu astronomische Summen. Allein die von Carlo Rambaldi gebauten echsenartigen Navigatoren kosteten eine dreiviertel Million Dollar. Alles in allem kostete "Der Wüstenplanet" rund 75 Millionen D-Mark. Um einen finanziellen Gewinn abzuwerfen, muß der Film gut eine dreiviertel Milliarde Mark auf dem internationalen Markt einspielen.


 

 

Großmodell: Eine riesenhafte Erntemaschine, gebaut im Maßstab 1:1

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Die "Gewürz"-Produktion ist Hauptarbeit auf "Dune".
Darum gab es in der Wüste Maschinen in Originalgröße

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Wichtigste Szene mit diesen Geräten ist der Angriff eines
Sandwurms (rechts), vor dem die Arbeiter panisch fliehen

Sandwürmer herrschen auf Arrakis
Eine komplizierte Computersteuerung erlaubte es, daß die rund einen Meter langen Wurmmodelle sich fließend bewegten

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Die Schwerelosigkeit wog über 400 Pfund

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Kenneth McMillan, der Darsteller des Baron Wladimir Harkonnen, mußte eine Körpermaske aus Fiberglas, Latex und Leder tragen. Dadurch wurde er insgesamt fast 200 Kilo schwer. Er wurde in Stahlseile eingehängt und damit "schwebend" bewegt.

Der Kampfroboter

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Die Trainingsmaschine von Paul wurde konstruiert von Kit West, der die mechanischen Effekte überwachte.

Vom Menschen zum Monster mutiert

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Die Navigatoren sind durch den "Gewürz"-Konsum zu gigantischen Denkmaschinen geworden. Links: ein Modell von Tony Masters. Rechts: eine Szene mit dem von Carlo Rambalid geschaffenen Unwesen.