Erst ist seine Gestalt nur in schattenhaften Umrissen erkennbar, später bleibt sein Gesicht hinter einer Sack-Maske verborgen - und dann erst tritt "Der Elefantenmensch" dem Zuschauer gegenüber. Mit diesem Film über den authentischen Fall der gräßlich[en] Verunstaltung eines Menschen aus dem viktorianischen England glückte Regisseur Daid Lynch ein sensationeller Außenseiter-Erfolg der Kinosaison 1980/81. Der Arzt Frederick Treves, der auf der Leinwand in Gestalt von Anthony Hopkins erscheint, hatte die grausame Geschichte des John Merrick (John Hurt) aufgeschrieben. Dieser Mann, durch eine Krankheit schrecklich deformiert, wird von einem Schausteller als "Elefantenmensch" der sensationsgierigen Menge wie ein menschliches Monster vorgeführt. Treverick kann den geqälten, geschundenen Mann von diesem Los freikaufen und ihn im Krankenhaus unterbringen. Er stellt fest, daß Merrick nicht geistesgestört ist, sondern trotz aller Demütigungen seine eigenständige Perönlichkeit bewahrt hat. Der Elefantenmensch wird in London zu einer gesellschaftlichen Sensation, sogar eine berühmte Schauspielerin (Anne Bancroft) interessiert sich für ihn. Als abermals Neugierige betrunken und spottend bei ihm eindringen, kehrt der Elefantenmensch auf den Jahrmarkt zurück. Sein Peiniger sperrt ihn in einen Paviankäfig; Merrick wird befreit und geht wieder nach London, wo Treves eine Theatervorstellung für ihn arrangiert. Wenig später stirbt John Merrick, genannt der Elefantenmensch. Lynch, Jahrgang 1946, der zuvor nur mit dem zum Kultfilm avancierten Schocker "Eraserhead" hervorgetreten war, brachte hier das Kunststück fertig, eine Horrorgeschichte anrührend und bewegend zu erzählen.
(defd)