Der Spiegel 35 /1992

 

"Twin Peaks - Der Film"
David Lynch gilt seit seinem Schocker "Blue Velvet" (1986) als Meister des Schreckens, das er in der Banalität der amerikanischen Provinz entdeckt: Dort lauern Sex-Maniacs und Gewaltverbrecher, Drogenopfer und Drogentäter. Diese Konstellation beflügelte auch den Erfolg seiner TV-Serie "Twin Peaks", der Lynch einen Zwei-Stunden-Spielfilm als geplante Krönung folgen ließ: "Etwas", so der Regisseur, "auf das ich verdammt stolz bin." Der Stolz nährt sich aus einem eher krausen Opus, das zäh versucht, das Grauen in Rauschgiftträumen zu verfolgen, wo es sich in kitschig religiösen Bildern von Gut und Böse sowie in der wirren Aufhebung von Raum und Zeit verflüchtigt: Die letzten sieben Tage der Laura Palmer, ein Schauer-Schulmädchenreport von Inzest, Mord und käuflicher Liebe, läuft jetzt in den deutschen Kinos.