David Lynch Wild at Heart Presseheft

NICOLAS CAGE    LAURA DERN

Wild at Heart

Die Geschichte von Sailor und Lula

ein Film von David Lynch

Eine POLYGRAM / PROPAGANDA Produktion

Ein Film von David Lynch

NICOLAS CAGE
LAURA DERN
WILD AT HEART
WILLEM DAFOE
CRISPIN GLOVER
DIANE LADD
ISABELLA ROSSELLINI
HARRY DEAN STANTON

Production Designer PATRICIA NORRIS
Casting JOHANNA RAY
Nach einem Roman von BARRY GIFFORD
(Goldmann Verlag)
Musik ANGELO BADALAMENTI
Schnitt DUWAYNE DUNHAM
Kamera FRED ELMES
Produktion by MONTY MONTGOMERY
STEVE GOLIN    JONI SIGHVATSSON
Drehbuch und Regie DAVID LYNCH

Im Verleih von SENATOR FILM

Start: 20. September 1990

 

 

Stab

Regie und Drehbuch                 DAVID LYNCH
Produzenten                            MONTY MONTGOMERY
                                              STEVE GOLIN und
                                              JONI SIGHVATTSON
Co-Produzent                          POLYGRAM
                                              FILMPRODUKTION GMBH
Kamera                                   FRED ELMES
Production Costume Designer    PATRICIA NORRIS
Production Manager                  KOOL MARDER
Casting Director                       JOHANNA RAY
Schnitt                                    DUWAYNE DUNHAM
1. Regieassistentin                  MARGAUY MACKAY
1. Regieassistent                     CHARLES MYERS
2. Regieassistent                     STEVE HIRSCH
2. Regieassistent                     DEEPAK NAYAR
1. Kameraassistent                  ROBERT SWEENEY
2. Kameraassistentin               KATE BUTLER
Steadicam                              DAN KNEECE
Liaison                                   JULIE DUVIC
Costume Supervisor                AMY STOVSKY
Garderobe                              CHERI REED
Make-Up                               MICHELLE BUHLER
Frisuren                                 FRIDA ARADOTTIR
Special Effects Make-Up        DAVID B. MILLER
Special Effects Make-Up         LOUIS LAZZARA
Make-Up Effects Assistant      BRYAN BLAIR
Ton-Mischung                        JON HUCK
Boom-Operator                      ROB SCOTT
Sound Effects Mixer               JOHN WENTWORTH
Special Effects Sound             DON POWER
Special Effects/ Pyrotechnik    DAVID DOMEYER
Beleuchter                              JULES LABARTHE
Beleuchter                              JOHN VECCHIO
Beleuchter                              PAUL HAUSER
Key Grip                                 MICHAEL SHORE


Darsteller

Sailor Ripley                            NICOLAS CAGE
Lula Pace Fortune                    LAURA DERN
Marietta Pace                          DIANE LADD
Bobby Peru                             WILLEM DAFOE
Perdita Durango                       ISABELLA ROSSELLINI
Johnnie Farragut                      HARRY DEAN STANTON
Dell                                        CRISPIN GLOVER
Juana                                     GRACE ZABRISKIE
Marcello Santos                      J. E. FREEMAN
Mr. Reindeer                           MORGAN SHEPHERD
Beany Thorn                           BELLINA LOGAN
Pace Roscoe                          GLENN WALKER HARRIS, Jr.
George Kovich                         FREDDIE JONES
Irma                                        CHARLIE SPRADLING
Rex                                        EDDIE DIXON
Mädchen in der Zanzibar           MICHELLE SEIPP
Reginald Sula                          CALVIN LOCKHART
Tante Rootie                            SALLY BOYLE
Bob Ray Lemon                       GREGG DANDDRIGE
Earl Kovich                              BOB TERHUNE
Drop Shadow                           PATRICK KELLY
Onkel Pooch                           MARVIN KAPLAN
Chet                                       JACK JOZEFSON
Roach                                    TRACEY WALTER
Barkeeper (Zanzibar)                ALBERT POPWELL
Idiot Punk                               BRENT FRASER
Kellnerin                                 SHAWN ROWE
Gute Fee                                SHERYL LEE
Buchhalterin bei Mr. Reindeer   FRANCES BAY
Sparky                                   JOHN LURIE
Red                                        TOMMY G. KENDRICK
Billy                                       SCOTT COFFEY
Tommy                                   FRANK COLISON
Raketenwissenschaftler            JACK NANCE
Mann in der Herrentoilette         ZACHERY BERGER

 

 

Inhalt

Ein junges Liebespaar auf der Flucht im tiefen Süden der USA, von Killern und anderen finsteren Gestalten gejagt in ein Labyrinth wahnwitziger Verwicklungen, schreckensvoller Ereignisse und gewaltiger Leidenschaften.
Sailor Ripley (Nicolas Cage), Elvis-Fan in Schlangenhaut-Sakko, und Lula Pace Fortue (Laura Dern), romantische Blonde mit viel Herz, lieben sich. Das Glück ihres jugendlichen Gefühlsüberschwangs könnte vollkommen sein, wäre da nicht Lulas verrückte Mutter (Diane Ladd), die wie besessen gegen die Beziehung der beiden ist. Weil sie Sailor einen Killer auf den Hals gehetzt hat und er diesem zuvorgekommen ist, hat er zwei Jahre Gefängnis abgesessen. Lula hat treu auf ihren Sailor gewartet.
Gemeinsam brechen die beiden Liebenden auf, um fern von zu Hause und dem Machtbereich der bösen Mutter glücklich sein zu können. Doch deren Rache ist grenzenlos. Sie schickt ihren Freund, den Privatdetektiv Johnnie Farragut (Harry Dean Stanton), auf die Spur der beiden. Als er unverrichteter Dinge zurückkommt, ruft die rachsüchtige Mutter ihren Ex-Lover Marcellos Santos auf den Plan ...
Sailor und Lula reisen weiter durch die kleinen Städte des Südens, und ihre Liebesbeziehung entfaltet sich zu leidenschaftlichem, romantischem Glück im wirklichen Leben. Doch sie finden keine Ruhe, werden auch von bizarren Erinnerungen an die Vergangenheit, an Lulas Cousin Dell und ihren Onkel Pooch heimgesucht.
Im texanischen Big Tuna hofft Sailor, von seiner Ex-Freundin Perdita Durango (Isabella Rossellini) erfahren zu können, ob man nach ihm fahndet, da er doch auf Bewährung frei ist. Statt dessen aber geraten Sailor und Lula in neue abenteuerliche und fast tödliche Bedrängnis. Big Tuna scheint von lauter Freaks, obskuren gescheiterten Existenzen, fiesen und abgrundtief bösen Typen, dämonischen Lüstlingen und anderen perversen Phantasten bewohnt. Einer von ihnen ist Bobby Peru (Willem Dafoe), dessen Geliebte Perdita ist und der mehr als ein Auge auf Lula geworfen hat...
Schließlich jedoch scheint es, als müsse die Macht des Bösen und der Zerstörung vor der Kraft der wahren Liebe kapitulieren. Sailor und Lula sind, wie es im Märchen heißt und im Kino funktioniert, füreinander bestimmt. Und trotzdem: fast hätte Sailor dies im vorletzten Moment bezweifelt. Doch da kommt ihm und dem Happy End die gute Fee zu Hilfe: "Wende dich nicht ab von der Liebe!"

 

Über die Produktion

Wild at Heart ist eine Liebesgeschichte, die nur David Lynch erzählen konnte. Im Mittelpunkt des Films stehen Sailor Ripley (Nicolas Cage) und Lula Pace Fortune (Laura Dern), ein junges Paar, dessen Liebe füreinander das einzige sein sollte, was zählt und durch nichts zu erschüttern ist. Statt dessen werden ihre Gefühle immer wieder von einem höchst seltsamen Ensemble schräger Figuren und von bizarren Erinnerungen an frühere Ereignisse und Erfahrungen auf die Probe gestellt.

Lynch beschreibt den Film als eine gewalttätige Komödie, noch mehr als sein vorausgegangener umjubelter Film Blue Velvet. Die Schauspielerin Isabella Rossellini, die mit Lynch zum drittenmal arbeitet, stimmt zu.

"Die Figuren in diesem Film sind auf eine besondere Art seltsame Wesen, die in unseren Träumen und Alpträumen realer sind als in der Wirklichkeit," sagt Isabella Rossellini. "Es sind Personen, die man sich in der Phantasie vorstellt, denen man aber noch nie begegnet ist."
Wie immer bei Lynch, gibt es auch in diesem Film keine klare Trennung zwischen Gut und Böse. Lula und Sailor sind gute Menschen, die in einer Welt von Gewalt verloren sind, und manchmal sitzen sie böse in der Falle. Diese beiden Unschuldigen sind auf einem Trip durch die Hölle, doch am Ende treibt die Kraft der Liebe sie durch das Chaos hindurch.
Wild at Heart ist in kurzer Zeit ein Film geworden. Produzent Monty Montgomery besaß die Rechte an einigen Texten des Verlags Black Lizard Press von Autor Barry Gifford. Der gab Montgomery im April 1989 das Manuskript seines neuen unveröffentlichten Romans Wild at Heart, The Story of Sailor and Lula. Monty Montgomery las den Roman und meldete gleich am nächsten Tag seine Option an. Er hatte bereits vor einiger Zeit mit David Lynch über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gesprochen und schickte dem Regisseur nun umgehend Giffords Roman. Lynch war begeistert und schrieb den ersten Drehbuchentwurf in nur sechs Tagen. Alles weitere traf sich günstigst, und vier Monate später, am 9. August 1989, fiel die erste Klappe zu den Dreharbeiten von Wild at Heart. David Lynch führte Regie.

Von Anfang an hatte Lynch die Schauspieler für die wichtigen Rollen im Kopf. Nachdem er das Buch gelesen hatte, wußte er "mit jeder Faser meines Seins", daß Laura Dern Lula ist. Er wußte auch, daß er Nicolas Cage für die Rolle des Sailor Ripley haben wollte. Er hat nie eine Audition mit ihm gemacht.

Regisseur Lynch erklärt das so: "Ich war einfach sicher, daß Nicolas Sailor ist - ein netter Junge, wahnsinnig verliebt in sein Mädchen, der aber einfach zu oft am falschen Ort zur falschen Zeit ist."

Lynch war ebenso sicher, daß Willem Dafoe der Richtige ist für die Rolle des Schwarzen Engels Bobby Peru. Auf die Frage,  wie er auf Dafoe gekommen sei, sagt Lynch lapidar: "Clark Gable ist tot."

Nachdem er einen Abend bei Laura Derns Mutter Diane Ladd bei ein paar Drinks verbracht hatte, war David Lynch überzeugt, daß sie die geeignete Besetzung für Lulas verrückte Mutter Marietta ist, Laura Dern und ihre Mutter hatten bereits einmal zusammen gespielt, aber das war lange her, als Laura noch ein Kind war.

"Fast zwanzig Jahre hat es gedauert, bis wir jetzt wieder gemeinsam vor der Kamera standen," sagt Laura Dern. "Und es gab keinen einzigen Moment, in dem wir miteinander Schwierigkeiten hatten."

In den ersten Tagen der Dreharbeiten, wußte nicht jeder in der Crew, daß die beiden auch im Leben Mutter und Tochter sind.

"Es war komisch, zwei Jungs kamen am zweiten oder dritten Tag zu mir und sagten: 'Es ist nicht nur so, daß Ihr eine enge Beziehung zueinander habt - Ihr fangt schon an, Euch ähnlich zu sehen! Das ist unheimlich.'", erzählt Laura Dern. "Die beiden waren nicht mehr zu halten, als ich ihnen sagte, 'Sie ist wirklich meine Mutter.'"

Und Diane Ladd ergänzt: "Lauras Vater Bruce Dern und ich haben immer unglaublich gut zusammen gearbeitet, und ich hatte das gleiche Gefühl mit Laura."

Die Story von Wild at Heart beginnt, wenn Sailor und Lula nach einem sicheren Hafen suchen. Dazu Nicolas Cage: "Für mich ist das eine Liebesgeschichte. The Wizard of Oz ist da auch irgendwie drin. Doch dieser Film handelt davon, mit seinem Schätzchen dorthin zu kommen, wo niemand einem etwas antun  kann. Lula ist alles für Sailor, das einzige im Leben, das zählt. Sie ist wirklicher als jedes Land, jeder Krieg -  wichtiger als alles andere auf der Welt. Aber es gibt auch eine Gefahr für Sailor. Er ist fähig, eine Mann mit bloßen Händen zu töten, aber er ist auch ein guter Junge. Das ist einfach diese Kippe..."

Auch Laura Dern hat ihre Interpretation: "Lula und Sailor sind wie eine einzige Person auf dieser Reise. Sie sind zwei Liebende in einer gepeinigten Welt. Egal, was ihnen sonst noch alles widerfahren könnte, es wird ihnen nicht schaden, weil sie ihren Herzen folgen. Lula ist wahrhaftig durch und durch wild. Sie lebt so, wie sie fühlt. Ich hatte Lula immer in mir, ohne es zu wissen. Ich habe mich verändert dadurch, daß ich sie gespielt habe."

Lula ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrer Mutter und zu dem Mann ihres Herzens, wobei es Mariettas Ziel ist, die beiden auseinanderzubringen mit allen nur erdenklichen Mitteln. Dazu gehört auch, daß sie ein paar beängstigende Typen auf die Spur von Sailor setzt, damit dieser sich nicht mehr mit ihrer Tochter trifft.

Wie besessen, will Marietta ihr Ziel erreichen, koste es was es wolle. Sailor kennt diese dunkle Seite in Marietta und muß Lula helfen, sie ebenfalls zu erkennen. Diese starke unterbewußte Spannung zwischen Sailor und Marietta droht jeden Augenblick  in offene Gewalt auszubrechen.

Entstanden aus Mariettas fehlgeleiteter Liebe, kriecht das Böse aus jeder Ritze in Gestalt freundlicher Fremder. Einer von ihnen ist Bobby Peru, von Willem Dafoe so beängstigend gespielt, daß er einem die Gänsehaut über den Körper jagt.

"Was Bobby Peru so gefährlich macht, ist die Tatsache, daß er von Grund auf böse ist und überhaupt keine Probleme hat", sagt Dafoe. "Er ist in völligem Einklang mit sich selbst. Sein Gewissen ist rein - und das ist eine Leistung! Ein Typ aus der Gosse, der keine Schuld kennt."

Dazu Isabella Rossellini, die Perus Geliebte Perdita Durango spielt: "Es gibt immer eine böse Figur in Davids Filmen. In Blue Velvet war das eindeutig die Rolle von Dennis Hopper, Frank. Und hier gibt es sogar mehrere, aber Willems Bobby ist der gemeinste Typ."

Was die beiden, Peru und Durango, so besonders furchterregend macht, ist, daß sie anscheinend Freunde von Sailor sind. Darin zeigt sich Sailors Naivität. Sein Instinkt hätte ihm raten sollen, beiden aus dem Weg zu gehen. Stattdessen versucht jeder der beiden, Perdita ebenso wie Bobby, Sailor umzubringen.

Nur durch reines Glück überlebt Sailor sein Treffen mit Peru, und am Ende des Films spürt man, daß er etwas Wichtiges gelernt hat.

Dafoe, Cage, Ladd und Rossellini haben jeder ziemlich ungewöhnliche Ansichten von Wild at Heart und der Arbeit mit Lynch. Von diesen vier ist Isabella Rossellini die einzige, die schon vorher mit ihm gearbeitet hat, als sie die Hauptrolle in Blue Velvet und seine Partnerin in Tina Rathborne´s Zelly & Me spielte. "David schafft eine absolut spielerische Atmosphäre", sagt Isabella Rossellini. "Es ist eine sehr angenehme Erfahrung, auch wenn man den bösesten, alptraumhaftesten Film dreht. David liebt es, mit den Darstellern auszugehen und zusammenzuhocken nach Drehschluß, weiter zu spielen auf eine gewisse Art und Weise. Viele Regisseure ziehen mit dem Kameramann los oder mit anderen Crew-Mitgliedern. Bei David spüre ich immer seine Reaktion auf mein eigenes Verhalten. Er inszeniert mich, wie ein Dirigent einen Geiger dirigiert. Man spürt einfach diese starke Präsenz."

Dazu Cage: "Wenn David Regie führt, weiß ich, daß ich sehr weit aus mir heraus gehen kann. So sollte Filmemachen sein. David ist so ein Typ, der zu jeder Zeit, egal, wie spät es ist, ob es vier Uhr morgens ist oder wahnsinnig kalt, auf den Drehort kommt und einfach sagt: 'Seid ihr bereit, euch weiter zu amüsieren?' Ich bewundere das wirklich. Ich habe angefangen zu versuchen, diese positive Einstellung in meinem eigenen Leben auszuprobieren und zu übernehmen."

Und Dafoe ergänzt: "David gibt mir ein Gefühl der Entspannung. Und ich glaube, ich bin offener für gewisse Impulse, die ich normalerweise mir verbieten würde. Er befreit einen zur Hälfte durch Suggestion und zur anderen Hälfte durch verständnisvolle Hilfe sowie durch das Schaffen einer Atmosphäre, die mich albern macht. Und wenn ich albern bin, werde ich manchmal etwas erfindungsreicher."

Der Film wurde an Originalschauplätzen in und um Los Angeles gedreht, einschließlich der Wüste, die nur eineinhalb Stunden von Los Angeles entfernt ist. Nach acht Wochen Drehzeit in der Umgebung von L.A. zog die Crew nach New Orleans um, wo unter anderem in dem berühmten Café du Monde gedreht wurde, außerdem im French Quarter und vor der Stadt. Ende Oktober 1989 war der Film in Los Angeles abgedreht.

Wild at Heart brachte einige Darsteller und Crew-Mitglieder aus  Blue Velvet wieder zusammen: Chefkameramann Fred Elmes; Production Designer und Kostümbildnerin Patty Norris; Cutter Duwayne Dunham; Komponist Angelo Badalamenti; die Schauspielerinnen Rossellini und Dern. Dazu Laura Dern: "So sollte es sein, von einem Projekt zum anderen mit einer Gruppe von Leuten gemeinsam gehen, mit ihnen lernen und weiter wachsen."

Musik hat immer eine wichtige Rolle in Lynchs Filmen gespielt, und Wild at Heart ist keine Ausnahme. David Lynch selbst sagt: "Etwas, das ich an meinen Lieblingsfilmen besonders mag, ist das Gefühl für Ort und Stimmung, das sie mir vermitteln. Das ist extrem wichtig. Ich liebe Musik und die Art von musikalischen Effekten, bei denen Geräusche und Musik einander gewissermaßen ergänzen und bedingen. Denn Geräuscheffekte sind dann auch sehr wichtig für eine Stimmung. Das ist einfach eines dieser Elemente, das du verstehen mußt, richtig einzusetzen, damit das Ganze in die Stratosphäre abheben kann. Jeder Song hat ein wenig Wind, der dich irgendwohin treibt, und du mußt nur den richtigen Wind und die  richtige Stelle erwischen."

Koko Taylor singt den Song Up in Flames, Sycamore Trees, den Lynch selbst geschrieben hat. Die Band Powermad ist im Film Lulas und  Sailors Lieblingsband. Der Film hat außerdem Musik von The Gypsy Band, Treat Her Right und Pee Wee King, unter vielen anderen.

 

DAVID LYNCH

Regie & Drehbuch

Eagle Scout Missoula Montana

Kurzfilme (16 mm)
1967 THE ALPHABET
1970 THE GRANDMOTHER

Spielfilme
1970/76 ERASERHEAD
1980 THE ELEPHANT MAN (Der Elefantenmensch)
1983 DUNE (Der Wüstenplanet)
1985 BLUE VELVET (Blue Velvet)
1988 ZELLY & ME (Zelly & Me) - als Darsteller
1990 TWIN PEAKS (TV)
1990 WILD AT HEART

DAVID LYNCH

"Eagle Scout Missoula Montana" - diese vier Worte sind die wohl kürzeste Formel, auf die man David Lynchs Biografie bringen könnte. Der "Eagle Scout", der Späher unter den Pfadfindern mit dem sezierenden Blick eines Adlerauges, ist eine ziemlich treffende Charakterisierung dieses ziemlich einzigartigen Filmemachers, der am 20. Januar 1946 in Missoula im Staate Montana geboren wurde. Lynch Vater arbeitete für das US-Landwirtschaftsministerium, für das er wissenschaftliche Forschungsaufträge übernahm. Dieser Job brachte es mit sich, daß die Familie häufig umzog, so daß David ganz schön herumkam im Nordwesten der USA - von Sandpointe, Idaho, über Spokane,  Washington bis schließlich sogar gen Osten nach Alexandria, Virginia. Dort besuchte er auch die High School an der er 1964 sein Examen machte.
Film war keineswegs sein Berufsziel damals, er interessierte sich vor allem für Malerei. Zusammen mit seine High School-Freund Jack Fisk, heute ebenfalls Filmemacher, brach er zu einem Europatrip auf. Beide wollten bei Oskar Kokoschka studieren. Doch die auf vier Jahre geplante Reise endete bereits nach zehn Tagen. David Lynch kehrte nach Alexandria zurück sehr zum Kummer seiner Eltern, und wurde aus mehreren schlecht bezahlten Jobs gefeuert. Erst in Philadelphia, wo Lynch und Fisk sich an der Pennsylvania Academy of Fine Arts einschrieben, fand David Lynch zu sich selbst. Dieser Stadt hat er oft den Ursprung seiner Visionen in seinem ersten Kinofilm Eraserhead zugeschrieben: "In Philadelphia hatte ich meine ersten aufregenden Gedanken. Ich habe soviel unglaubliche Dinge dort gesehen, eine erwachsene Frau, die sich an ihre Brüste griff und wie ein Baby sprach und darüber klagte, daß ihre Titten schmerzten. Sowas wühlt einen auf. Ich begann, die Absurditäten des Lebens zu lieben." David Lynch pflegte damals um 5 Uhr nachmittags aufzuwachen und die ganze Nacht hindurch zu arbeiten.

Über die Malerei begann Lynch, sich für den Film zu interessieren, zunächst nur als eine andere Form der Bildenden Kunst, dann aber auch als eigenständiges Medium. Mit Geld von seinem Vater drehte er 1967 seinen ersten Film, The Alphabet, vier Minuten kurz und eine Mischung aus Animation und Real-Film, experimentell, aber bereits erkennbare Lynch-Merkmale von Ironie und Schock. David Lynch reichte den Film beim American Film Institute in Los Angeles ein und bekam, wider eigenes Erwarten, Geld für einen neuen Film. Er drehte The Grandmother (1970), eine 34 Minuten lange Geschichte über einen Jungen, der sich mit einem geheimnisvollen Samen seine eigene Großmutter pflanzt.

Bei dem tschechoslowakischen Filmemacher Frank Daniel studierte Lynch am Center for Advanced Film Studies des AFI und lernte in dessen Film-Analyse-Kursen eine scheinbar einfache Methode, die noch heute seine Schreib-und-Regie-Gewohnheiten prägen. "Es war wirklich eine ganz einfache Sache, die Daniel mir beigebracht hat", sagt David Lynch. "Wenn man einen Spielfilm machen will,  brauchst du Ideen für 70 Szenen. Schreib sie auf Karteikarten. Wenn du 70 zusammen hast, hast du einen Spielfilm." Mit der Ausnahme, daß der heute einer Assistentin diktiert, arbeitet Lynch immer noch so.

Von 1971 bis 1976 drehte Lynch Eraserhead, mit ständigen Unterbrechungen aus Geldmangel, auf dem Gelände des AFI und in Greystone Mansion in Beverly Hills. Sein Kameramann war damals bereits Frederick Elmes, der auch Blue Velvet und Wild at Heart fotografierte. Nach seiner Premiere auf der Filmex 1976 in Los Angeles lief Eraserhead als Mitternachtsfilm in mehreren Großstädten der USA an. Schon nach kurzer Zeit hatte er den Ruf eines Kultfilms, der beispielsweise vier Jahre in Los Angeles, drei Jahre in San Francisco und fünf Jahre in New York lief.

Drei Jahre dauerte es, bis David Lynch seinen nächsten Film machen konnte. The Elephant Man (Der Elefantenmensch) wurde von diversen Studios im Drehbuchstadium abgelehnt, bis Mel Brooks schließlich ihm den Zuschlag gab. Er hatte Eraserhead gesehen und hatte nach der Vorführung dem nervös im Kinofoyer wartenden Lynch begeistert zugerufen: "Sie sind ein Wahnsinniger, ich liebe Sie, Sie sind bei mir!" Brooksfilms produzierte The Elephant Man. Das war 1980.

Ein Jahr später nahm er das Angebot von Dino de Laurentiis an, den 40 Millionen Dollar-Film Dune (Der Wüstenplanet) zu  inszenieren. Weder künstlerisch noch kommerziell war dies ein Erfolg. Lynch hatte in dieser Mammutproduktion kaum Gelegenheit, seinen charakteristischen eigenen Stil einzubringen. Doch de Laurentiis gab ihm dann die Chance, sein eigenes Drehbuch zu verfilmen und gab ihm auch das Recht des "Final Cut", was er bei Dune nicht gehabt hatte: Blue Velvet war das Ergebnis und der ganz große internationale Durchbruch von David Lynch als dem wohl bizarrsten und kühnsten Filmemacher Amerikas mit einem geschärften Blick für die verborgenen, geheimen Sehnsüchte nicht nur amerikanischer Provinz- und Durchschnittsbürger.

Die Provinz inspirierte ihn auch zu seiner ersten Fernseharbeit, der Serie Twin Peaks, die er gemeinsam mit Polizeirevier Hill Street - Autor Mark Frost schrieb und produzierte. Den fast zwei Stunden langen Pilotfilm inszenierte Lynch auch selbst, ebenso die zweite der insgesamt zunächst sieben Folgen. Mädchenmorde in einer nur auf den ersten Blich idyllischen Kleinstadt im Nordwesten der USA, jeder ist verdächtig, und David Lynch beweist, daß er mit Suspense so souverän umgehen kann wie weiland höchstens Hitchcock und daß er darüber hinaus durch Surrealismen die Realität besonders direkt in den Griff bekommt. Der spielerische Umgang mir dem Genre TV Soap Opera und die ständige Brechung durch Ironisierung und süffigen schwarzen Humor machten Twin Peaks 1990 zum Kult-Erfolg in Amerika.

David Lynchs Medium aber ist und bleibt das Kino, und Wild at Heart ist der im schönsten Sinne des Wortes wildeste Beweis dafür. Der geschärfte Adlerblick und der Mut des Spähers unter den Pfadfindern haben eine Kühnheit der Visionen, Einfälle, Phantasien hervorgebracht wie selbst David Lynch sie bisher nicht gewagt hat. Aber bekanntlich gewinnt, wer wagt - und so verlieh die Internationale Jury in Cannes 1990 unter dem Vorsitz von Bernardo Bertolucci ihre Goldene Palme an Wild at Heart.

 

DAVID LYNCH

Die Unberechenbarkeit der Einfälle

Meine Ideen und Einfälle kommen völlig unberechenbar, jederzeit. Wenn ich bequem auf einer Terrasse sitze ebenso wie bei einem Spaziergang, wenn ich zum Beispiel einen Baumstamm anschaue - einfach durch die Art, wie mich das berührt, entstehen bei mir Ideen. Das ist ein bißchen wie beim Angeln - man weiß nie, welchen Fisch man am Haken haben wird. Aber der Angelhaken ist wichtig, das heißt, man muß auf seine Emotionen horchen.

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Der Inhalt meiner Träume interessiert mich nicht. Dafür liebe ich umso mehr das Gefühl, das sie mir geben.

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Ich weiß nicht, was ich dem Publikum sagen will. Ich zeige auf der Leinwand Gedanken und Vorstellungen, die mich beschäftigen und faszinieren. Ich schaffe es einfach nicht zu begreifen, warum die Leute um jeden Preis einen Sinn in der Kunst finden wollen, während sie widerstandslos akzeptieren, daß es ihn im Leben nicht gibt.

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Das Schlimmste in dieser modernen Welt ist, daß die Leute durch das Fernsehen glauben, Mord würde schmerzlos und ohne Blutvergießen vonstatten gehen. In den Köpfen der Kids muß die Vorstellung herrschen, daß es nichts Unordentliches ist, jemanden zu töten, und daß es nicht besonders weh tut. Das ist für mich wirklich krank, ein bedenkliches, schweres Krankheitsbild.

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Ich glaube, daß Filme Kraft haben sollten. Die Kraft des Guten und die Kraft des Bösen.  So daß man berührt wird und die Verhältnisse in Bewegung geraten. Wenn man Angst hat, daß zu riskieren, endet alles in einer lauwarmen Soße.

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Ich mag nicht nur die dunkle Seite des Lebens, sondern auch die helle, klare - vor allem den Kontrast liebe ich besonders. Mir gefallen vor allem Leute, die in Schwierigkeiten sind und versuchen, da herauszukommen. Ich liebe Menschen, die verwirrt sind. Mit ihnen kann ich mich sehr gut identifizieren. Doch ich glaube, um ein richtiges Gefühl für das reine Glück zu bekommen, muß man tief hinein ins Dunkle gegangen sein, an das andere Ende des Pols.

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Ich finde es höchst interessant, wie der Humor in unmittelbarer Nachbarschaft mit der Gewalt und dem Humor des Lebens existiert. Diese Nähe der nur scheinbaren Gegensätze reizt mich. Und ich habe begonnen, damit spielerischer umzugehen.

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Ein Film könnte Dinge im Inneren einer Person öffnen, und sie würde sagen: "Noch nie hatte ich solch eine Erfahrung!" Vielleicht bringt es einen nicht zum Weinen oder zum Lachen, aber es berührt einen auf eine Weise, wie man nie zuvor berührt worden ist. Ein Film könnte das tun.

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Bestimmte Dinge sind faszinierend. Und ich kann nicht sagen, warum.

 

 

NICOLAS CAGE

Sailor Ripley

Nicolas Cage

Er ist der Enkel von Francis Ford Coppola, und sein Vater August Coppola ist der Dekan der Kunstfakultät der Universität von San Francisco: Nicolas Cage wurde 1964 in Long Beach, Kalifornien, geboren und wuchs auch dort auf. Als er zwölf Jahre alt war, zog die Familie nach San Francisco. Dort spielte Nicolas Cage schon mit fünfzehn Jahren während seines Studiums am American Conservatory in einer Aufführung von Clifford Odet´s berühmten Boxer-Stück "Golden Boy". Später ging Cage nach Los Angeles. Während seiner High School Zeit bekam Cage eine Rolle in dem TV-Film "The Best of Times". Mehr und mehr entwickelten sich seine künstlerischen Aktivitäten und Interessen in Richtung Schauspielerei, obwohl er auch über ein beachtliches schriftstellerisches Talent verfügte und bereits im kindlichen Alter von acht Jahren seine ersten Stories und Novellen schrieb. Vater August Coppola hatte einen besonderen Spaß daran, die Phantasie seines Sohnes Nicolas zu schärfen, indem er ihm anriet, eine Woche lang ein Buch zu lesen und dann "das fehlende Kapitel zu schreiben".

Seine erste, noch ziemlich kleine Filmrolle spielte Nicolas Cage 1982 in Amy Heckerlings Teenager-Komödie mit viel Musik und Sean Penn. "Fast Times at Ridgemont High" ("Ich glaub´ ich steh´ im Wald"). Doch dann erkannte Onkel Francis Ford Coppola das Talent seines Neffen und engagierte ihn für "Rumble Fish" ("Rumble Fish"). Dieses erste professionelle Familientreffen verlief offenbar so gut und zu beider Zufriedenheit, daß sie noch zwei weitere Filme zusammen machten: "The Cotton Club" (Cotton Club") und "Peggy Sue Got Married" ("Peggy Sue hat geheiratet").

Der große Durchbruch aber kam für Cage mit Alan Parkers "Birdy" ("Birdy"). Er spielte darin einen Vietnam-Veteranen, der glaubt, verrückt zu werden, nicht zuletzt angesichts der immer stärker werdenden Umnachtung seines besten Freundes. "Birdy" wurde in Cannes 1985 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

Eine völlig gegensätzliche Rolle spielte Cage dann in Joel Coens ausgeflippter Groteskkomödie "Raising Arizona" "Arizona Junior") und bekam für seine wieder ganz andere Rolle als Chers leidenschaftlicher Liebhaber in Norman Jewisons "Moonstruck" ("Mondsüchtig") eine Golden Globe Nomination.

"Wild at Heart" ist die erste Zusammenarbeit des Schauspielers mit David Lynch, der Nicolas Cage ohne eine einzige Probeaufnahme, geschweige denn Vorsprechen, als Sailor Ripley engagierte. Diesen jungen Wilden, Presley-Fan und in der Ausschließlichkeit seiner Emotionen rigoros Liebenden mit der gefährlichen Neigung zum absolut radikalen Handeln hätte wohl kaum ein anderer der jungen amerikanischen Schauspieler so entschlossen und passioniert spielen können wie Nicolas Cage.

Filmographie Nicolas Cage

1982 Fast Times at Ridgemont High (Ich glaub´ ich steh´ im Wald; Regie: Amy Heckerling)
1983 Rumble Fish (Rumble Fish; Regie: Francis Ford Coppola)
1983 Valley Girl (Regie: Martha Coolidge)
1983 Racing with the Moon (Die Zeit verrinnt - die Navy ruft; Regie: Richard Benjamin)
1986 The Boy in the Blue (Finish - Endspurt bis zum Sieg; Regie: Charles Jarrot)
1986 Peggy Sue Got Married (Peggy Sue hat geheiratet; Regie: Francis Ford Coppola)
1986 Raising Arizona (Arizona Junior; Regie: Joel Coen)
1987 Moonstruck (Mondsüchtig; Regie: Norman Jewison)
1988 Vampire´s  Kiss (Vampire´s Kiss; Regie: Robert Bierman)
1989 Airborn (Flügel aus Stahl; Regie: David Green)
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)
1990 Zandalee (Regie: Sam Pillsbury)

 

LAURA DERN

Lula Pace Fortune

Laura Dern

Sie ist die Tochter von Diane Ladd und Bruce Dern: Laura Dern wurde 1967 in Santa Monica, Kalifornien geboren. Außerdem ist sie die Großnichte des amerikanischen Dichters und Dramatikers Archibald MacLeish. Schon früh begann Lauras Karriere - Schicksal eines Schauspieler-Kindes? Jedenfalls war sie ganze sechs Jahre alt, als sie zum erstenmal in einem Film mitwirkte, an der Seite ihrer Mutter und, immerhin, Burt Reynolds. "White Lightning" ("Der Tiger hetzt die Meute") hieß dieser Action-Film von Joseph Sargent.

Drei Jahre später stand sie bereits wieder vor der Kamera, oder besser: saß - hinter Ellen Burstyn und Kris Kristofferson nämlich. Neunzehnmal mußte sie eine Tüte Eiskrem schlabbern, bis die Szene endlich im Kasten war. "Alice Doesn´t Live Here Anymore" ("Alice lebt hier nicht mehr") hieß der Film, und Regisseur Martin Scorsese soll angesichts der eindrucksvollen Eisvertilgungsaktion des kleinen Mädchens gesagt haben: "Wenn Laura so viele Eistüten auf einmal essen kann, muß sie unbedingt Schauspielerin werden. Lauras Entschluß stand auch bereits fest. Als Neunjährige studiert sie schon am Lee Strasberg Institut und bekam als Elfjährige eine richtige Nebenrolle in Adrian Lynes "Foxes" mit Jodie Foster in der Hauptrolle. TV-Angebote folgten, und Laura Dern spielte in den Fernsehfilmen "Ahannon", "Happy Endings", "The Three Wishes of Billy Grier" sowie "Who Loves Amy Tonight".

Von Anfang an hatte Laura Dern das Glück, mit sehr guten und außergewöhnlichen Regisseuren zusammenzuarbeiten. Arthur Hiller engagierte sie für seinen Film "Teachers" ("Teachers - Die Aufsässigen"). Unter der Regie von Peter Bogdanovich spielte sie die blinde Freundin von Eric Stoltz in "Mask" ("Die Maske") und steigerte sich so genau in die Rolle hinein, daß sie sich auch in den Drehpausen wie eine Blinde verhielt.

Noch im selben Jahr, 1985, machte Laura Dern einen Film mit der Regisseurin Joyce Chopra, "Smooth Talk" ("Bedrohliches Geflüster") nach einer Geschichte von Joyce Carol Oates über das sexuelle Erwachen eines jungen Mädchens.

Und dann kam David Lynch: Laura Dern war die kongeniale Besetzung für die blonde Polizistentochter Sandy Williams in "Blue Velvet", die so herrlich heulen konnte und die penetrant plausible Personifizierung der reinen romantischen Liebenden im rosa Kleidchen war. Ihre Rolle in "Wild at Heart" ist eigentlich eine konsequente Weiterführung: Lula lauscht nicht mehr dem Rotkehlchen im Mondschein, sondern folgt der Stimme ihres Herzens und der Wildheit ihrer Emotionen, die sie mit Sailor verbinden - wobei die Wildnis um sie herum auch hier wieder nur mit der Reinheit des amour fou besiegt werden kann.
Laura Dern, die an der Royal Academy of Dramatic Arts in London ihr Schauspielstudium intensiviert und sowohl in "Hamlet" wie auch im "Sommernachtstraum" Shakespeare-Erfahrungen gesammelt hat, stand auch schon neben Paul Newman vor der Kamera - in "Shadow Makers" ("Die Schattenmacher") von Roland Joffe. Ihre schönsten, schillerndsten, schaurigsten und schamlosesten Rollen aber hat bis jetzt David Lynch für Laura Dern erfunden.

Filmographie LAURA DERN

1973 White Lightening (Der Tiger hetzt die Meute; Regie: Joseph Sargent)
1975 Alice Doesn´t Live Here Anymore (Alice lebt hier nicht mehr; Regie: Martin Scorsese)
1980 Foxes (Regie: Adrian Lyne)
1982 Ladies and Gentlemen: The Fabulous Stains (Regie: Lou Adler)
1984 Teachers (Teachers - Die Aufsässigen; Regie: Arthur Hiller)
1985 Mask (Die Maske; Regie: Peter Bogdanovich)
1985 Smooth Talk (Bedrohliches Geflüster; Regie: Joyce Chopra)
1986 Blue Velvet (Blue Velvet; Regie: David Lynch)
1989 Haunted Summer (Schwarzer Sommer; Regie: Ivan Passer)
1989  Shadow Makers (Die Schattenmacher; Regie: Roland Joffe)
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)

 

DIANE LADD

Marietta Pace

Diane Ladd

In Amerika gehört sie zu den bekanntesten und beliebtesten Darstellerinnen im Film, Fernsehen und Theater: Diane Ladd, Jahrgang 1932, intensiviert gerade in den letzten Jahren ihre Kinokarriere wieder heftig. Mit Chevy Chase, Randy Quaid und Berverly D`Angelo spielt sie in John Hughes´ "Christmas Vacation" und ist eine CIA-Agentin in "Spooks". Für "Plain Clothes" von Martha Coolidge schreckte sie nicht davor zurück, 24 Pfund zuzunehmen und sich 15 Jahre älter schminken zu lassen.

Ihre Mutterrolle in "Wild at Heart" bringt Diane Ladd, genaugenommen, nicht zum erstenmal mit der eigenen Tochter Laura Dern vor die Filmkameras. Bereits 1973 hatte die siebenjährige Laura eine Kleinstrolle in "White Lightning" ("Der Tiger hetzt die Meute") mit Mutter Diane und Burt Reynolds. Und in Scorseses "Alice Doesn´t Live Here Anymore" ("Alice lebt hier nicht mehr") hatte Diane Ladd, die für ihre Rolle der Flo in diesem Film für einen Oscar nominiert wurde, Tochter Laura dabei. Mit einem Golden Globe wurde Diane Ladd ausgezeichnet für ihre Rolle der Belle in der TV-Serie "Alice". Zu ihren anderen interessanten  und wichtigen Fernsehfilmen gehören "Willa", der als erstes "Movie-of-the-Week" in China gezeigt wurde, "Addie and the King of Hearts" mit Jason Robards, "Thadus Rose and Eddie" mit Johnny Cash, "The Grace Kelly Story" und "Crime of Innocence".

Als Mitglied des Actors´ Studio hat Diane Ladd in vielen großen Theateraufführungen auf der Bühne gestanden - in "The Wall", "Lu Ann Hampton Laverty Oberlander", "Texas Trilogy" von Preston Jones, "A Hatful of Rain" von Vincente Gazzo mit Ben Gazzara, "Orpheus steigt herab" von TennesseWilliams mit Bruce Dern, ihrem damaligen Ehemann und Vater von Laura, in "Carry Me Back to Morningside Heights" mit Lou Gossett und Cicely Tyson, "One Night Stands of a Noisy Passenger" mit Robert De Niro und "Women Speak" mit Jane Fonda.

Zu Diane Ladds wichtigsten Filmen gehören Roger Cormans "Wild Angels" ("Wilde Engel"), Polanskis "Chinatown" ("Chinatown"), Bob Rafaelsons "Black Widow" ("Die Schwarze Witwe") und natürlich David Lynchs "Wild at Heart", wo sie als besessen verrückte Mutter mit dem wahnsinnigen Killerprogramm gegen den Freund und die große Liebe ihrer Tochter eine besonders faszinierend gräßliche Person ist. Diane Ladd ist einfach eine Schauspielerin mit Temperament und Format und der Gelassenheit, vor nichts zurückzuschrecken, und sei es noch so wild.

Filmographie DIANE LADD

1961 Something Wild (Wilde Knospen; Regie: Jack Garfein)
1966 Wild Angels (Wilde Engel; Regie: Roger Corman)
1967 Rebel Rousers (Rebel Riders; Regie: Martin B. Cohen)
1969 The Reivers (Der Gauner; Regie: Mark Rydell)
1971 Macho Callahan (Macho Callahan; Regie: Bernard Kowalski)
1971 The Streagle (Regie: Paul Sylbert)
1972 Limbo / auch: Women in Limbo (Regie: Mark Robson)
1973 White Lightning (Der Tiger hetzt die Meute; Regie: Joseph Sargent)
1974 Chinatown (Chinatown; Regie: Roman Polanski)
1975 Alice Doesn´t Live Here Anymore (Alice lebt hier nicht mehr; Regie: Martin Scorsese)
1976 Embryo (Regie: Ralph Nelson)
1981 All Night Long (Jede Nacht zählt; Regie: Jean-Claude Tramont)

1983 Something Wicked This Way Comes (Regie: Jack Clayton)
1986 Black Widow (Die Schwarze Witwe; Regie: Bob Rafaelson)
1987 Christmas Vacation (Regie: John Hughes)
1988 Plain Clothes (Regie: Martha  Coolidge)
1989 Spooks
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)

 

WILLEM DAFOE

Bobby Peru

Willem Dafoe

Seine Filmkarriere ist noch keine zehn Jahre alt, und trotzdem ist er längst einer der besonderen, ziemlich individualistischen Stars von Hollywood: Willem Dafoe, am 22. Juli 1955 als William Dafoe, Jr. in Appleton, Wisconsin geboren.  Er war das siebente von acht Kindern des Chirurgen William Dafoe und der Krankenschwester Muriel Dafoe.

Nach der High School und dem Besuch von zwei Universitäten schloß Willem Dafoe sich der Avantgarde-Truppe "Theatre X" an, die ihren Sitz in Milwaukee hatte, aber vorwiegend als Tourneetheater durch die USA und Europa reiste.

In New York City stieß er auf ein anderes außergewöhnliches Theaterensemble, die "Wooster Group", die sich mit einem experimentellen und kontroversen Programm einen Namen machte. Dafoe wurde Mitglied der Gruppe, die unter der Leitung von Elizabeth LeCompte Gastspielreisen rund um die Welt machte. Besonderen Erfolg hatte die "Wooster Group" mit der Trilogie "The Road to Immortality: Route 1 & 9", "Just the High Points" und "The Temptation of St. Anthony" - Inszenierungen, in denen Dafoe spielte.

Seine erste Filmrolle spielte Willem Dafoe 1982 in "The Loveless": Kathryn Bigelow und Monty Montgomery waren die Drehbuchautoren und die Regisseure des Films - derselbe Monty Montgomery, der nun bei "Wild at Heart" der Produzent ist. Und die Rolle des finster dämonischen Lüstlings und Gangsters Bobby Peru fügt sich nahtlos in die Reihe von gebrochenen, kontroversen, bizarren, schillernden Charakteren, die Willem Dafoe bisher gespielt hat. Denn glatte Glamour-Typen sind nicht seine Sache, ebenso wenig wie harmlos beliebige Unterhaltungsfilme. Er war ein Gang-Leader in Walter Hills "Streets of Fire" ("Straßen in Flammen") und ein Polizist in William Friedkins "To Live and Die in L.A." ("Leben und Sterben in L.A.").

Für seine Rolle als sensibler, menschlich fairer Sergeant Elias in Oliver Stones "Platoon" bekam er 1986 eine Oscar-Nominierung. Er war FBI-Agent mit Harvard-Studium in Alan Parkers "Mississippi Burning" ("Mississippi Burning - Die Wurzel des Hasses") und Christus in Martin Scorseses "The Last Temptation of Christ" ("Die letzte Versuchung Christi"). Und er spielt auch eine schräge Kleinstrolle als "hateful guard" in John Waters´ aberwitzigem Jugendkrimimusical "Cry Baby".

Willem Dafoe, der mit der "Wooster Group"-Chefin Elizabeth LeCompte verheiratet ist (der gemeinsame Sohn Jack ist mittlerweile acht Jahre), spielt neben seinen Filmrollen aber immer wieder Theater. Er begründet dies so: "Es ist gesund, und ich fühle mich glücklich, wenn ich einen Monat Leute um mich habe, die sich um mich bemühen, sich um mich kümmern, mir besondere Aufmerksamkeit schenken, mich streicheln - und dann im nächsten Monat putze ich Toiletten, weil die Toilette im Theater dreckig ist. Das macht mich an: wenn ich auf der einen Seite bin, genieße ich die Gewißheit, daß ich immer noch die andere Seite habe, zu der ich zurückkehren kann."

Filmographie WILLEM DAFOE

1982 The Loveless (Regie: Kathryn Bigelow, Monty Montgomery)
1983 The Hunger (Begierde, Regie: Tony Scott)
1983 Streets of Fire (Straßen in Flammen, Regie: Walter Hill)
1984 Roadhouse 66 (Regie: John Mark Robinson)
1985 To Live and Die in L.A. (Leben und Sterben in L.A., Regie: William Friedkin)
1986 Platoon (Platoon, Regie: Oliver Stone)
1987 Off Limits (Siagon; Regie: Chritopher Crowe)
1988 The Last Temptation of Christ (Die letzte Versuchung Christi; Regie: Martin Scorsese)
1989 Mississippi Burning (Mississippi Burning - Die Wurzel des Hasses; Regie: Alan Parker)
1989 Born on the Fourth of July (Geboren am 4. Juli; Regie: Oliver Stone)
1989 Triumph of the Spirit (Regie: Robert Young)
1990 Cry Baby (Cry Baby; Regie: John Waters)
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)

 

 

ISABELLA ROSSELLINI

Perdita Durango

Isabella Rossellini

Sie wurde 1952 in Rom - zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Isotta - als Tochter von Ingrid Bergman und Roberto Rossellini geboren: Isabella Rossellini wuchs in Frankreich und Italien auf und beherrscht die Sprachen dieser Länder ebenso wie Englisch. Schon als Teenager arbeitete sie in Sommer-Jobs bei Kostümbildnern in den Filmen ihres Vaters. Mit neunzehn ging sie nach New York, um sich als Kostümbildnerin ausbilden zu lassen. Neben diesem Studium arbeitete sie für das italienische Fernsehen der RAI, drehte Reportagen und wurde bald zum Star der wöchentlichen Comedy-Show "L´altro domenica" ("Der andere Sonntag"). Ihre Ambitionen in Richtung Kostüm-Design hatte sie aufgegeben und war wieder nach Italien zurückgekehrt.

Isabella wurde nicht nur bekannt, sondern auch populär durch das Fernsehen. Da war der Weg zum Film nicht mehr weit. Eine winzige Rolle spielte sie bereits 1976 an der Seite ihrer Mutter Ingrid Bergman in Vincente Minellis letztem Film "A Matter of Time", dem einzigen, den er mit seiner Tochter Liza Minelli gemacht hat. Eine bereits etwas größere, aber dennoch kleine Nebenrolle, spielte Isabella Rossellini drei Jahre später in Renzo Arbores satirischer Komödie "Il papocchio" ("Tele Vaticano - Das Auge des Papstes"), die auf der gleichnamigen erfolgreichen TV-Show basierte.

Ihre erste Filmhauptrolle spielte Isabella Rossellini bei den Brüdern Taviani in "Il Prato" ("Die Wiese"), ebenfalls im Jahre 1979. Danach machte sie weiter Live-TV und begann eine zweite Karriere als Fotomodell für die Kosmetik-Firma Lancome, mit der sie heute noch einen Exklusivvertrag hat. Auf über 500 Magazin-Titeln ist ihr Foto erschienen, darunter "Vogue", "Vanity Fair", "Harper´s Bazaar" und "Elle", ganz zu schweigen von den zahllosen Anzeigenseiten in so gut wie allen Illustrierten dieser Welt, auch in deutschen. In 150 Ländern repräsentiert allein ihr Gesicht die Kosmetik-Produkte von Lancome.

Ihren ersten amerikanischen Film drehte Isabella Rossellini 1985: "White Nights" ("White Nights - Nacht der Entscheidung") von Taylor Hackford als russische Ehefrau von Gregory Hines.

"Wild at Heart" ist bereits der dritte Film, den sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten David Lynch macht. Sie spielte die geheimnisvolle, erotisch obsessive und gedemütigte Sängerin Dorothy Vallens in "Blue Velvet" und hatte eine Hauptrolle in "Zelly & Me" ("Zelly & Me"), den die Regisseurin Tina Rathborne 1988 inszenierte mit David Lynch als Darsteller!

Über ihre Arbeit mit David sagt Isabella: "Er gibt mir die Möglichkeit, Rollen zu spielen, die mir sonst nie angeboten werden. Rollen wie die qualvolle Dorothy in 'Blue Velvet' oder die verrückte Perdita. Normalerweise denken die Leute nicht an mich bei solchen Rollen. So etwas zu spielen, sind immer wieder seltene Gelegenheiten für mich."

Filmographie ISABELLA ROSSELLINI

1976 A Matter of Time (Nur eine Frage der Zeit; Regie: Vincente Minelli)
1979 Il papocchio (Tele Vaticano - Das Auge des Papstes; Regie: Renzo Arbore)
1979 Il prato (Die Wiese; Regie: Paolo und Vittorio Taviani)
1985 White Nights (White Nights - Nacht der Entscheidung; Regie: Taylor Hackford)
1986 Blue Velvet (Blue Velvet; Regie: David Lynch)
1987 Tough Guys Don´t Dance (Harte Männer tanzen nicht; Regie: Norman Mailer)
1987 Little Red Riding Hood (Regie: Adam Brooks)
1988 Siesta (Siesta; Regie: Mary Lambert)
1988 Zelly & Me (Zelly & Me; Regie: Tina Rathborne)
1989 Cousins (Seitensprünge; Regie: Joel Schumacher)
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)

 

 

HARRY DEAN STANTON

Johnny Farragut

Harry Dean Stanton

Man kann ihn getrost als einen der größten Charakterdarsteller nicht nur Hollywoods, sondern der Welt bezeichnen: Harry Dean Stanton hat rund 60 Filme gemacht, seitdem er 1957 nach Hollywood kam. Geboren wurde er am 14. Juli 1926 in West Irvine, Kentucky, wuchs jedoch in Lexington auf. Im zweiten Weltkrieg war er bei der Navy im  Pazifik, mit Kampfeinsatz in Okinawa. Nach dem Militärdienst studierte er an der University of Kentucky, wo er sich für die Schauspielerei zu interessieren begann. Er trat in Campus-Produktionen auf und war ein absoluter Hit als Alfred Doolittle in Shaws "Pygmalion". Schließlich entschied er sich für das Theater. Damals hielt er sich mit Tabakpflücken über Wasser.

Harry Dean Stanton ging nach Kalifornien und startete eine Ausbildung am Pasadena Playhouse, wo er vier Jahre lang spielte und auch mit verschiedenen Aufführungen auf Tournee ging. Seine erste Filmrolle spielte er 1957 in dem Western "Revolt at Fort Laramie" ("Fort Laramie") von Lesley Selander. Seitdem wohnt er in Los Angeles. Stanton ist außerdem ein hervorragender Musiker.

In seiner über dreißigjährigen Karriere hat er mit einigen der bedeutendsten Filmemacher gearbeitet - mit Francis Ford Coppola für "The Godfather Part II" ("Der Pate Teil II) und "One from the Heart" ("Einer mit Herz"), mit Arthur Penn für "Missouri Breaks" ("Duell am Missouri"), mit Ridley Scott für "Alien" ("Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt"); mit Bertrand Tavernier für "Death Watch" ("Death Watch - Der gekaufte Tod"), mit John Huston für "Wise Blood" ("Weisheit des Blutes"), mit John Carpenter für "Escape from New York" ("Die Klapperschlange") und "Christine" ("Christine"), mit Robert Altman für "Fool for Love" ("Fool for Love - Verrückt vor Liebe").

Kultstatus erreichte Stanton mit drei Filmen von Monte Hellman: "Ride in the Whirlwind" ("Ritt im Wirbelwind") mit Jack Nicholson, "Two-Lane Backdrop" ("Asphaltrennen") und "Cockfghter" und ebenso mit Filmen wie "Repo Man" ("Repo Man") von Alex Cox und "Renaldo and Clara" ("Renaldo und Clara") von Bob Dylan.

Obwohl er berühmt geworden ist mit exzentrischen Charakteren und Außenseitertypen, engagierte Wim Wenders ihn für die Hauptrolle als verzweifelter Liebender und Vater in "Paris, Texas". 1984 bekam dieser Film in Cannes die Goldene Palme und Stanton wurde in England mit dem British Film Critics Award als bester Darsteller ausgezeichnet.

"Wild at Heart" ist Harry Dean Stantons erste Zusammenarbeit mit David Lynch - hoffentlich nicht die letzte!

Filmographie HARRY DEAN STANTON

1957 Revolt at Fort Laramie (Fort Laramie; Regie: Lesley Selander)
1957 Tomahawk Trail (Alarm in Fort Bowie; Regie: Lesley Selander)
1957 Four O´ Clock (TV-Film - Regie: Alfred Hitchcock)
1958 The Proud Rebel (Der stolze Rebell; Regie: Michael Curtiz)
1959 Pork Chop Hill (Mit Blut geschrieben; Regie: Lewis Milestone)
1960 The Adventures of Huckleberry Finn (Abenteuer am Mississippi; Regie: Michael Curtiz)
1961 A Dog´s Best Friend (Regie: Edward L. Cahn)
1962 Hero´s Island (Insel der Gewalt; Regie: Leslie Stevens)
1963 The Man from Diner´s Club (Der Mann vom Diners Club; Regie: Frank Tashlin)
1965 Ride in the Whirlwind (Ritt im Wirbelwind; Regie: Monte Hellman)
1966 The Hostage (Kidnapped; Regie: Russel S. Doughton, Jr.)
1967 Cool Hand Luke (Der Unbeugsame; Regie: Stuart Rosenberg)
1967 A Time for Killing (Regie: Phil Karlson)
1967 Rebel Rousers (Rebel Riders; Regie: Martin B. Cohen)
1968 Day of the Evil Gun (Totem; Regie: Jerry Thorpe)
1968 The Miniskirt Mob (Der Satans-Engel von Nevada; Regie: Maury Dexter)
1970 Kelly´s Heroes (Stoßtrupp Gold; Regie; Brian G. Hutton)
1971 Two-Lane Backdrop (Asphaltrennen; Regie: Monte Hellman)
1971 What´s the Matter with Helen? (Was ist denn bloß mit Helen los?; Regie: Curtis Harrington)
1972 Cisco Pike (Cisco Pike; Regie: Bill L. Norton)
1972 Count Your Bullets/ Face to the Wind (Gebrannte Haut; Regie: William A. Graham)
1973 Pat Garrett and Billy the Kid (Pat Garrett jagt Billy the Kid; Regie: Sam Peckinpah)
1973 Dillinger (Jagd auf Dillinger, Regie: John Millius)
1974 Where the Lilies Bloom (Wo die Lilien blühen; Regie: William A. Graham)
1974 The Godfather Part II (Der Pate Teil II; Regie: Francis Ford Coppola)
1974 Zandy´s Bride (Zandys Braut; Regie: Jan Troell)
1974 Cockfighter (Regie: Monte Hellman)
1975 Farewell, My Lovely (Fahr zur Hölle, Liebling; Regie: Dick Richards)
1975 Rafferty and the Gold Dust Twins (Rafferty und die wilden Mädchen; Regie: Dick Richards)
1975 Rancho Deluxe (Regie: Frank Perry)
1975 Win, Place or Steal (Regie: Richard Railey)
1975 92 (Degrees) in the Shade (33 Grad im Schatten; Regie:  Thomas McGuane)
1976 The Missouri Breaks (Duell am Missouri; Regie: Arthur Penn)
1978 Renaldo and Clara (Renaldo und Clara; Regie: Bob Dylan)
1978 Straight Time (Stunde der Bewährung; Regie: Ulu Grosbard)
1978 Flatbed Annie & Sweetie Pie: Lady Truckers (Lady Truckers; Regie: Robert Greenwald)
1979 The Rose (The Rose; Regie: Mark Rydell)
1979 Alien (Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt; Regie: Ridley Scott)
1979 Wise Blood (Weisheit des Blutes; Regie: John Huston)
1980 The Black Marble (Hollywood Cops / Nieten unter sich; Regie: Harold Becker)
1980 La mort en direct / Death Watch (Death Watch - Der gekaufte Tod; Regie: Bertrand Tavernier)
1980 Private Benjamin (Schütze Benjamin; Regie: Howard Zieff)
1981 Escape from New York (Die Klapperschlange; Regie: John Carpenter)
1982 One from the Heart (Einer mit Herz; Regie: Francis Ford Coppola)
1982 Young Doctors in Love (Küß mich, Doc!; Regie: Garry Marshall)
1983 Christine (Christine; Regie: John Carpenter)
1984 The Bear (Regie: Richard Sarafian)
1984 Red Dawn (Die rote Flut; Regie: John Milius)
1984 Repo Man (Repo Man; Regie: Alex Cox)
1984 Paris, Texas (Regie: Wim Wenders)
1985 Fool for Love (Fool for Love- Verrückt vor Liebe; Regie: Robert Altman)
1985 One Magic Christmas (Regie: Phillip Borsons)
1985 UFOria (Regie: John Binder)
1986 Pretty in Pink (Pretty in Pink; Regie: Howard Deutch)
1987 Slam Dance (Slam Dance; Regie: Wayne Wang)
1988 Stars and Bars (Stars and Bars; Regie: Pat O`Connor)
1988 Mr. North (Mr. North - Liebling der Götter; Regie: Danny Huston)
1988 The Last Temptation of Christ (Die letzte Versuchung Christi; Regie: Martin Scorsese)
1988 Dream a Little Dream (Dream a Little Dream; Regie: Marc Rocco)
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)

 

 

CRISPIN GLOVER

Dell

Crispin Glover

Dem großen Publikum wurde Crispin Glover mit der Rolle des George McFly, des Vaters von Michael J. Fox in "Back to the Future" ("Zurück in die Zukunft") bekannt. Eine andere bemerkenswerte Darstellung von ihm war der selbsternannte Rädelsführer einer Teenager-Freundesgruppe, aus der einer einen Mord begangen hat, in Tim Hunters zeitkritischem Psychodrama "River´s Edge" ("Das Messer am Ufer")

Der für exzentrische Rollen bekannte Schauspieler wurde 1964 in Los Angeles geboren. Schon mit 14 stand er zum erstenmal auf der Bühne und nahm ein Jahr später Schauspielunterricht. Crispin Glovers erste bezahlte Rolle war in "The Sound of Music" im Dorothy Chandler Pavillon zusammen mit Florence Henderson. Er spielte das älteste der Trapp-Kinder in dem längst zu den Klassikern gehörenden Musical von Rogers und Hammerstein. Am Odyssey Theatre in Los Angeles stand er außerdem in "The Water Engine" und "Marathon Madness" auf der Bühne.

Auch im Fernsehen war Crispin Glover zu sehen, in Serien wie "Family Ties", "Polizeirevier Hill Street" und "Happy Days". Seine erste kleine Filmrolle spielte er mit 17 Jahren in "My Tutor" ("Die Klassenfete"). Von da an war die Filmkarriere des vielseitig begabten Glover, der auch bereits ein Plattenalbum  mit dem Titel "Big Problem" aufgenommen hat, nicht mehr zu bremsen: "Friday the 13th - The Final Chapter" ("Freitag, der 13. - Das letzte Kapitel"), "Teachers" ("Teachers - Die Aufsässigen") mit Nick Nolte, "At Close Range" ("Auf kurze Distanz") mit Sean Penn und "Where the Heart is" ("Die Zeit der bunten Vögel")  von John Boorman - um nur einige zu nennen.

"Wild at Heart" ist Crispin Glovers erster Film mit David Lynch, der es verstanden hat, dem Repertoire exzentrischer Typen dieser Darstellers eine neue schillernde Variante als Lulas/Laura Derns bizarrer Cousin Dell hinzuzufügen.

Filmographie CRISPIN GLOVER

1983 My Tutor (Die Klassenfete; Regie: George Bowers)
1983 High School USA (High School USA; Regie: Rod Amateau)
1984 Racing with the Moon (Die Zeit verrinnt - die Navy ruft; Regie: Richard Benjamin)
1984 Friday the 13th - The Final Chapter (Freitag, der 13. - Das letzte Kapitel, Regie: Joseph Zito)
1984 Teachers (Teachers - Die Aufsässigen; Regie: Arthur Hiller)
1985 The Orkly Kid / The Larry Huff Story (Regie: Trent Harris)
1985 Back to the Future (Zurück in die Zukunft; Regie: Robert Zemeckis)
1986 At Close Range (Auf kurze Distanz; Regie: James Foley)
1987 River´s Edge (Das Messer am Ufer; Regie: Tim Hunter)
1989 Back to the Future II (Zurück in die Zukunft II; Regie: Robert Zemeckis)
1990 Where the Heart is (Die Zeit der bunten Vögel; Regie: John Boorman)
1990 Back to the Future III (Zurück in die Zukunft III; Regie: Robert Zemeckis)
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)

 

J.E. FREEMAN

Marcello Santos

"Wild at Heart" ist J.E. Freemans sechster Film - und sein erster mit Regisseur David Lynch, der ihm die Rolle eines deftig fiesen Typen mit tödlichem Auftrag gab.

Seine erste Filmrolle spielte Freeman in dem Polizei-Action-Karate-Film "An Eye for an Eye" ("Der Gigant"), dessen Hauptdarsteller der schlagkräftige Chuck Norris war. In der aberwitzigen schwarzen Komödie "Ruthless People" ("Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone") der Brüder Zucker und ihres Kumpels Abrahams war J.E. Freeman neben den Stars Bette Middler und Danny De Vito zu sehen wie auch in dem  neuesten Opus eines anderen Komödie-Bruderpaares, Joel und Ethan Coens, in deren "Miller´s Crossing" ("Miller´s Crossing"). Im Fernsehen ist Freeman in Amerika längst ein bekannter und beliebter Darsteller in Movies-of-the-week und Mini-Serien wie "North and South Part II", "Bitter Harvest" und "Fresno". Aber auch in wöchentlichen Serien hat er gespielt, einige davon sind auch bei uns bekannt: "Hooperman", "Hunter", "MacGyver", "Remington Steele", "Highway to Heaven", "Stingray", "O`Hara", "Down and out in  Beverly Hills", "Something is out There" und "Polizeirevier Hill Street".

Am Theater hat J.E. Freeman unter anderem in "Landscape of the Body", "American Buffalo", "Holy Ghosts" und "Getting out" gespielt.

Filmographie J.E. FREEMAN

1981 An Eye for an Eye (Der Gigant; Regie: Steve Carver)
1985 Hard Traveling (Regie: Dan Bessie)
1986 Ruthless People (Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone; Regie: David und Jerry Zucker, Jim Abrahams)
1988 The Couch Trip (Der Couch Trip; Regie: Michael Ritchie)
1990 Miller´s Crossing (Miller´s Crossing; Regie: Joel und Ethan Coen)
1990 WILD AT HEART (Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula; Regie: David Lynch)

 

 

 

Die Produzenten

MONTY MONTGOMERY - Sein erster Spielfilm war "Unio City" ("Nachts in Union City"), bei dem Mark Reichert Regie führte, mit Debby Harry in der Hauptrolle, 1979 gedreht, 1980 herausgekommen. In Deutschland war diese schwarze Komödie bislang nur im Fernsehen zu sehen.

Monty Montgomery bevorzugt besondere, ungewöhnliche, eigenwillige Geschichten. Sein zweites Projekt, 1982 realisiert, ist "The Loveless": Monty ist nicht nur Produzent, sondern auch - zusammen mit Kathryn Bigelow - Autor und Regisseur. Und die Hauptrolle in diesem Film spielt der damals noch völlig unbekannte Willem Dafoe, den Monty Montgomery auf der Bühne der "Performing Garage" in New York City gesehen und  sofort engagiert hatte. "The Loveless" war Dafoes Filmdebut.

1987 schloß Montgomery sich mit Steve Golin und Joni Sighvatsson von "Propaganda Films" zusammen. Er lernte David Lynch kennen, und beide beschlossen, einmal etwas zusammen zu machen.

Die erste Zusammenarbeit ergab sich bei der TV-Serie "Twin Peaks", die Lynch geschrieben und deren Pilotfilm und zweite Folge er inszeniert hat: Monty Montgomery ist Associate Producer. Und die Serie ist seit ihrer Ausstrahlung im Frühjahr 1990 ein Kult-Hit.

Gemeinsam mit Golin und Sighvatsson produzierte Montgomery dann den Film "Daddy´s Dying - Who´s Got the Will?" von Jack Fisk, einem Freund David Lynchs seit der High School Zeit.

Der schönste Produzenten-Erfolg aber dürfte für Montgomery und seine beiden Kollegen jetzt "Wild at Heart" sein, mit dem David Lynch, zum erstenmal im Wettbewerb von Cannes vertreten, auf Anhieb die Goldene Palme gewann.

 

Die Produzenten

STEVE GOLIN - Er studierte an der Filmschule der New York University und war mehrere Jahre Werbefotograf. 1981 ging Steve Golin zum American Film Institute, um sich in dessen Producers Program zum Produzenten ausbilden zu lassen. Er produzierte "The Penny Elf" mit dem späteren "Zurück in die Zukunft"-Star Christoper Llyod. Er war 1983 Line Producer bei dem Kinofilm "Nickel Mountain" von Drew Denbaum.

1985 gründete Steve Golin zusammen mit Joni Sighvatsson "Propaganda Films". Nach einem Jahr und mehr als hundert produzierten Musik-Videos taten Golin und Sighvatsson sich mit der Abteilung PolyGram Movies der PolyGram International zusammen und produzierten den Spielfilm "P.I. Private Investigations". Golin setzte die Zusammenarbeit mit PolyGram fort und produzierte 1988 in Mexiko "The Blue Inguana" ("Blue Inguana oder Der Sarg ist himmelblau") von John Lafia, dessen animierend schräges und  nostalgisch witziges Kinodebut dies war. "Wild at Heart" ist die erste Zusammenarbeit Golins mit David Lynch und sein bisher bedeutendster Produzenten-Erfolg.


SIGURJON 'JONI' SIGHVATSSON - Nachdem er an der University of California in Berkeley die Kurse des Graduate Film Studies Program absolviert hatte, ging Joni Sighvatsson ans American Film Institute und belegte im Directors Program die Fachrichtung Regie. Mit Steve Golin arbeitete er zusammen bei dem Film "Nickel Mountain", den Drew Denbaum inszenierte.

Produzent und ausführender Produzent war Joni Sighvattson bei mehr als 150 Musik-Videos. Gleichzeitig aber produzierte  er mit Steve Golin weiter Spielfilme, wie zum Beispiel "The Blue Inguana" ("Blue Inguana oder Der Sarg ist himmelblau") von John Lafia und "P.I. Private Investigations":

"Wild at Heart" ist der bislang bedeutendste Filmerfolg von Joni Sighvattson und außerdem die erste Zusammenarbeit mit David Lynch.

 

 

Komponist

ANGELO BADALAMENTI - Eine weit gefächerte Scala verschiedener Musiken hat Angelo Badalamenti komponiert. Mit David Lynch arbeitete er zum erstenmal bei "Blue Velvet" zusammen und war bereits dabei ein kongenialer Partner für Lynchs besondere und ungewöhnliche Vorstellungen von Filmmusik: Integration von Musik und Geräuschen in ein neu zusammenwachsendes Klangbild als wichtigster Teil der ganzen Geschichte, des ganzes Films.

Badalamenti hat unter anderem Soundtracks geschrieben für die Filme "Tough Guys Don´t Dance" ("Harte Männer tanzen nicht", 1987) von Norman Mailer, "Cousins" ("Seitensprünge", 1989) von Joel Schumacher - beide Filme übrigens mit Isabella Rossellini -, "Wait Until Spring", "Bandini" mit Faye Dunaway und "National Lampoon´s Christmans Vacation".

1989 hat Angelo Badalamenti Songs arrangiert für die Pet Shop Boys und - zusammen mit David Lynch als Texter und Co-Produtzent - Musik für Julee Cruise geschrieben und produziert. Ihr Album "Floating Into the Night" ist bei Warner Brothers Records erschienen.

Auch für die TV-Serie "Twin Peaks" von David Lynch und Mark Frost hat Angelo Badalamenti die Musik geschrieben. In Lynch scheint er seinen Partner gefunden zu haben - und vice versa. Völlig klar, daß die beiden auch bei "Wild at Heart" wieder zusammenkamen.

Gemeinsam haben sie auch eine Veranstaltung an der Brooklyn Academy of Music kreiert mit dem Titel "Industrial Symphony #1", deren Star Julee Cruise mit Musik von dem Album "Floating Into the Night" war.

Der "Wild at Heart"-Soundtrack wird bei Metronome erscheinen.

 

 

 

Kamera

FREDERICK ELMES - Schon den ersten Spielfilm von David Lynch hat Frederick Elmes fotografiert: "Eraserhead". Auch bei "Dune" ("Der Wüstenplanet") und "Blue Velvet" hat Elmes die Kamera gemacht - wie auch bei dem von Lynch inszenierten Pilotfilm seiner TV-Serie "Twin Peaks".

Frederick Elmes ist Absolvent des renommierten Rochester Institute of Technology, besuchte die Graduate School der New  York University und ging 1971 ans American Film Institute, um Kameramann zu werden. Dort lernten er und David Lynch einander kennen und begannen mit der Arbeit an "Eraserhead", die sich mit häufigen Unterbrechungen aus finanziellen und allen möglichen anderen Gründen von 1970 bis 1976 hinzog.

Andere Filme, bei denen Frederick Elmes Kameramann war: "The Killing of a Chinese Bookie" ("Mord an einem chinesischen Buchmacher", Regie: John Cassavetes, 1976), "Opening Night" ("Die erste Vorstellung", Regie: John Cassavetes, 1978), "Valley Girl" (Regie: Martha Coolidge, 1983), "River´s Edge" ("Das Messer am Ufer", Regie: Tim Hunter, 1987), "Heaven" (Regie: Diane Keaton, 1987) und "Permanent Record" ("The Last Song", Regie: Marisa Silver, 1988).

 

Design

PATRICIA NORRIS - Schon vor "Wild at Heart" hat die für Production- und Kostüm-Design verantwortlich zeichnende Patricia Norris mit David Lynch gearbeitet - bei "The Elephant Man" ("Der Elefantenmensch"), für den sie 1980 eine Oscar-Nominierung bekam, und bei "Blue Velvet".

Nominiert für je einen Oscar wurde Patricia Norris außerdem für ihre Kostüme im Stil des Mittelwestens der Jahrhundertwende in Terrence Malicks "Days of Heaven" ("In der Glut des Südens") 1978, für die viktorianischen Kostüme in "Victor/Victoria" von Blake Edwards 1982 und für die SF-Garderobe in "2010" ("2010 - das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen") von Peter Hyams 1984.

 

 

Romanautor

BARRY GIFFORD - In Chicago, Illinois wurde Barry Gifford 1946 geboren, wuchs dort und in Key West und Tampa, Florida, auf. Im April 1989 war sein Roman "Wild at Heart - The Story of Sailor and Lula" noch nicht erschienen, er gab das Manuskript dem Produzenten Monty Montgomery zu lesen - und ein Jahr später bereits gewann der danach gedrehte Film von David Lynch die Goldene Palme in Cannes. Ein rasanteres Tempo kann man kaum vorlegen - eben: wild at heart...

Gifford ist außerdem Autor der Romane "Landscape with Traveler", "Port Tropique" und "An Unfortunate Woman". Er hat auch mehrere Gedichtbände veröffentlicht und ein Buch über den "Film Noir" geschrieben mit dem Titel "The Devil Thumbs a Ride and Other Unforgettable Films".

Die Geschichte von Sailor und Lula wird von Barry Gifford weitererzählt. Die folgenden Bände des Sailor und Lula-Zyklus´ heißen "Perdita Durango", "Sailor´s Holiday" und "Sultans of Africa".

Der Roman "Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula" ist als Goldmann-Taschenbuch (Nr. 9878) erschienen. Weitere Titel sind in Vorbereitung.